Fachgruppe 6, Atemschutz, Chemie, Dekonausbildung
Leiter der Fachgruppe | Andreas Stuber |
Stellvertreter | Astrid Dodel |
Stellvertreter | Heiko Gieschler |
Atemschutz bei der FFW Murnau
Mitte, Ende der Fünfziger Jahre führten die Feuerwehren den schweren Atemschutz ein. Auch unsere Wehr war davon betroffen.
Somit wurde für die Sicherheit der Feuerwehrmänner gesorgt und die Einsatzwertigkeit bei Löschangriffen enorm gesteigert. Speziell bei Innenangriffen wurden und werden hierdurch viele Brände bereits früh eingedämmt, gelöscht und die Ausbreitung verhindert. Größere Schäden durch Löschwasser konnten gemindert werden und gehen in der heutige Zeit teilweise auf Null.
Seiner Zeit wurden die Geräte in Kästen auf den Fahrzeugen mitgeführt. Heute sind sie meist in den Mannschaftsräumen hinter dem Personal verstaut. Die Männer und Frauen rüsten sich bereits auf der Anfahrt zur Einsatzstelle damit aus.
Sehen sie nun weiter, wie in der FFW Murnau das Thema Atemschutz behandelt wird.
Strahlrohrtraining
Wie verhalte ich mich richtig im Innenangriff
Unter Leitung von Andreas Stuber übten an drei Abenden die Atemschutzgeräteträger der Feuerwehren Murnau, Hechendorf und Weindorf. Für die Übung wurden drei Stationen aufgebaut. Die Ausbildung begann mit einem theoretischen Teil. Hier wurde das richtige Belüften von verrauchten Räumen erklärt. Danach begann der praktische Teil. Unter anderem übten die Atemschutzgeräteträger wie man richtig mit einem Hohlstrahlrohr umgeht und wie man sich verhält, wenn es zu einer Durchzündung von Rauchgasen, dem sogenannten Flashover, kommt. Auch das richtige Verlegen von Schlauchmaterial in Treppenräumen, in Fachkreisen Schlauchmanagement genannt, wurde geübt.
FEUREX
Das Ganze konnten die Atemschutzgeräteträger zwei Wochen später unter realen Bedingungen in Garmisch üben. Der Landkreis veranstaltete zusammen mit der Firma FEUREX einen Lehrgang zur Wärmegewöhnung. Ziel der Ausbildung war es, ein richtiges und sicheres Vorgehen unter Hitzestress sowie Bewertung und Einschätzung von Gefahrensituationen durchführen zu können. Die feststoffbefeuerte Anlage bat dabei die Möglichkeit zum Training unter realen Bedingungen (Hitze/Rauch) wie bei einem Zimmerbrand. Spätestens hier wurde jedem Atemschutzgeräteträger richtig heiss.
Praktische Umsetzung
Der zweite Zug der Feuerwehr Murnau durfte ein Wohnhaus, das zum Abriss bestimmt war, beüben. Man ging von einem Zimmerbrand im Erdgeschoss aus, bei dem eine Person vermisst war. Hier galt es das in den vorherigen Übungen angeeignete Wissen über Strahlrohrhandling, Schlauchmanagement und Überdruckbelüftung richtig anzuwenden.
Wartung und Pflege
Durch Atemschutzgeräte werden Leben gerettet, sowie teils hoher Sachschaden vermieden. Zugleich sind sie auch die Garantie für die Gesundheit unserer Geräteträger. Hier ist besondere Sorgfalt anzuwenden. Nicht umsonst mussten unsere beiden Gerätewarte, Carsten Karl und Thomas Wolf, spezielle Lehrgänge an den Feuerwehrschulen sowie bei der Firma Dräger absolvieren.
Nimmt man die ganze Arbeit der Gerätewarte, liegt der Zeitaufwand für den Atemschutz sicherlich bei 15 - 20 %. Für jeden ist klar, nach den Einsätzen und Übungen sind alle verwendeten Masken und Lungenautomaten zu waschen und zu desinfizieren.
Es sind aber auch Routinewartungen, CSA - Prüfungen und regelmäßige Grundüberholungen der Lungenautomaten und Masken durchzuführen. Wöchentlich kommt es zu Sichtprüfungen aller Geräte und Flaschen.
Die beiden Gerätewarte sind ebenfalls zuständig für die Geräte der FFW Weindorf und FFW Hechendorf, die aber auch selbst Verantwortliche für den Atemschutz vorhalten.
Aus- und Weiterbildung
Atemschutzausbildung ist in unserer Wehr ein sehr großes Thema. Andreas Stuber hat sich diesen Bereich angenommen.
Grundsätzlich ist es gesetzlich geregelt, dass Personal im Atemschutzeinsatz gesundheitlich geeignet sein und den Grundlehrgang Atemschutzgeräteträger besuchen muß. Dieser Lehrgang wird in der Atemschutzübungsstrecke in Garmisch - Partenkirchen durchgeführt. Um aber zuvor bereits unser Personal auf diesen Lehrgang vorzubereiten, hat Andreas Stuber sich hierfür einen kleinen Vorbereitungslehrgang einfallen lassen. Die Betreffenden werden hier an ihre Leistungsgrenzen gebracht und danach wird entschieden, ob der jeweilige als Geräteträger geeignet ist.
Des Weiteren werden das ganze Jahr über Sonderübungen abgehalten, um ständig im Training und auf dem neuesten Stand wie, z.B. Strahlrohrführung zu bleiben.
Vorgehaltenes Gerät im Markt Munau ( incl. Hechendorf und Weindorf )
Flaschen
CFK Flaschen 6,8 Liter | 17 Flaschen |
Stahlflaschen 6 Liter | 40 Flaschen |
Stahlflaschen 4 Liter | 60 Flaschen |
Masken und Chemikalienschutzanzüge
Maske Dräger F 2 | 80 Stück |
CSA Anzüge Dräger TEAM Master Pro | 7 Anzüge |
G U B A S
Gefahrgut- und Brandsimulationscontainer
Diese neue Errungenschaft der Feuerwehren im Landkreis Garmisch Partenkirchen konnten die Atemschutzgeräteträger unserer sowie der Weindorfer Feuerwehr an zwei Tagen zu Gemüte führen.
Sinn und Zweck dieser Übung war zum einen der richtige Umgang mit den Hohlstrahlrohren sowie die Brandbekämpfung bei Gasbränden. Letztere wurden in mehreren Arten und Lagen durchgeführt.
Laut KBM Paul Wakolbinger, der die Ausbildung mit KBM Kurt Schweda leitete, war der Einsatz des GUBAS im Landkreis die Premiere. Er äusserte sich allerdings sehr zufrieden mit dem Ablauf des Übungsgeschehens.
Dekontaminationsplatz
Bei Einsätzen mit Gefahrgut arbeiten die Feuerwehrkameraden mit Vollschutz. Dies bedeutet, der Feuerwehrmann trägt schweren Atemschutz und über den ganzen Körper einen CSA, einen Chemiekalienschutzanzug.
Da dieser Anzug wie auch Gerät und andere Gegenstände mit dem Gefahrgut "verseucht" sind, muß dekontaminiert werden. Hierzu wird der sogenannte DEKON - Platz, der Dekontaminationsplatz aufgebaut.
Da dieser zum Glück nicht oft gebraucht wird, ist es auch keine Routine ihn aufzubauen. Bereits vor der Sommerpause, aber auch mehrmals in den kommenden Herbstübungen, muß jeder Mann ( auch unsere Frauen ) diesen mindestens einmal aufgebaut haben. Unsere Kameraden Nikolaus Hoffart und Andreas Stuber haben diese Übung ausgearbeitet und bereits durchgeführt.

































