Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung
Eingerichtet 1997
nach Inkrafttreten des neuen Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes.
Zum Einsatz kommt die UG ÖEL bei
- Katastrophen nach Art. 6 BayKSG
- Großschadensereignissen nach Art. 15 BayKSG
Aufgaben der UG ÖEL
Organisation und Aufbau der Örtlichen Einsatzleitung
Einrichten und Kennzeichnen des Standortes der Örtlichen Einsatzleitung
Informationen der Führungsgruppe Katastrophenschutz über den Standort und die Kommunikationsverbindungen herstellen; Aufrechterhalten und Betreiben der Kommunikationsverbindungen über Fax, Telefon und Funk zur Katastrophenschutzbehörde und den eingesetzten Kräften
Unterstützung des Örtlichen Einsatzleiters bei der Erkundung der Lage
Unterstützung des Örtlichen Einsatzleiters bei der Einsatzplanung
Unterstützung des Örtlichen Einsatzleiters bei der Koordinierung und Überwachung aller im Katastrophengebiet eingesetzten Kräfte
Führen der Lagekarte
Führen des Einsatzbuches
Führen von Übersichten ( z.B. Einsatzkräfteübersicht, Fahrzeugstatus usw. )
Besetzung der UG ÖEL
Die UG ÖEL bsteht aus dem Leiter UG ÖEL plus 4 Personen ( Dreifachbesetzung )
Ausstattung
Einsatzleitwagen 2 mit
Funktisch ( 2x 4 Meter- und 2x 2 Meter Funk, integrierter Alarmgeber sowie Sprachaufzeichnung )
Schnelleinsatzzelt
Mobile Funktelefone
KOMKO - 2
bestehend aus Notebook, Mobildrucker, ISDN-DECT-Telefonanalge, ISDN/GSM Router, Schnurlose Telefone, Multifunktionsgerät ( Fax-Scanner-Drucker )
Einsätze der UG ÖEL
Nachstehend werden größere Einsätze aufgezeigt, die seit Indienststellung geleistet wurden.
Hochwasser 1999 Eschenlohe
Starker Dauerregen mit Niederschlagsmengen von bis zu 132l/qm führten zum "Jahrjunderthochwasser" in Eschenlohe.
Am Samstag, den 22. Mai war Eschenlohe zeitweise von der Aussenwelt abgeschnitten.
Nachdem der Damm der Loisach gebrochen war, wurden 25 Personen aus der Garmischer Strasse evakuiert.
Zahlreiche Vermisstensuchen wurden durchgeführt.
Insgesamt wurden 63 Personen in Sicherheit gebracht.
Im Einsatz waren:
Alle Feuerwehren des nördlichen Landkreises, BRK, Bergwacht, Wasserwacht, Polizei, Bundeswehr, THW sowie zahlreiche Privatpersonen.
Zugunglück Zugspitzbahn
Im Katzensteintunnel auf der Strecke Garmisch - Grainau waren am Samstag den 10.06.2002 zwei Triebwagen der Bayerischen Zugspitzbahn frontal zusammengestossen.
Bei dem Unfall wurden 64 Menschen verletzt, 29 von ihnen wurden in Krankenhäuser eingeliefert, sieben davon waren lebensgefährlich verletzt.
Die Rettungsarbeiten gestalteten sich schwierig. Die Wagen hatten sich ineinander verkeilt und die Verletzten mußten über einen steilen, 10 Meter hohen Abhang transportiert werden.
Zudem behinderten Schaulustige die Arbeiten und mussten von der Unfallstelle weggeschickt werden.
Hochwasser 2002 Eschenlohe
Nach zweitägigem Dauerregen stieg der Pegel der Loisach von normalen 120 Zentimeter auf 3, 10 Meter an. Die Abflussmenge stieg von 25 auf 190 Kubikmeter pro Sekunde.
Um verheerende Folgen wie beim Hochwasser 1999 zu vermeiden, wurde um 10:00 Uhr vom Landratsamt Garmisch Partenkirchen der Katastrophenalarm ausgelöst.
Die Dammkrone der Loisach wurde auf beiden Seiten mit Spundwänden und Sandsäcken erhöht. Mit Kiesaufschüttungen sowie abermals Sandsäcken wurde die Festigkeit des Dammes gesichert. Es wurden ca. 40000 Sandsäcke verbaut.
Durch den Einsatz von 20 Feuerwehren, THW, BRK, Bundeswehr, Polizei sowie zahlreichen Privatpersonen konnte eine erneute Überflutung Eschenlohes vermieden werden.
Hochwassereinsatz 2005 in Eschenlohe
Wie bereits im Jahre 1999 bedrohte die Loisach den Ort Eschenlohe. Diesmal konnte man bereits am 1. Tag davon ausgehen, dass die Loisach den Pegel von 1999 überschreiten wird. Es wurde daraufhin sehr großzügig alarmiert, Vorbereitungen zur Evakuierung getroffen sowie die Erfahrungen der Jahre zuvor nochmals genau betrachtet.
Am nächsten Tag trafen Feuerwehren und andere Hilfsorganisationen aus ganz Oberbayern ein.
Ein Brand in einem Landwirtschaftlichen Anwesen, dass von den Wassermassen eingeschlossen war, sorgte für einen kuriosen Einsatz von einzelnen Wehrmännern, den sie nie vergesen werden. Sie wurden unter schwerem Atemschutz von einem Bundeswehrhubschrauber an dem Gebäude abgesetzt. Der Brand konnte rasch gelöscht werden.
Nachdem die Überflutung nicht vermeidbar war, wurde zum Schutz einiger Ortsteile ein eigenes Flussbett mittels Sandsäcken quer durch Eschenlohe gebaut.
Nach mehreren Tagen konnte der K-Alarm wieder aufgehoben werden.
Die Gemeinde Eschenlohe hat inzwischen in Zusammenarbeit mit anderen Behörden einen ausgiebigen Hochwasserschutz eingeleitet.



















